Tag Archives: Hooligan

Südkurve

Südkurver in den 70igern

So sah die Südkurve in den guten alten Zeiten aus

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WM ’90 – Mailand

Impressionen aus Mailand

WM 90 Mailand

Impressionen aus den Reisen von Toni Meyer

Kritiken? Meinungen? Empfehlungen?

Jetzt sind ja schon zwei Wochen (seit der Erscheinung des Buches) vergangen. Hat den jemand das Buch schon zuende gelesen? Wir freuen uns über Anmerkungen, Kritik und vor allem Lob 😉

Soccer Warriors

http://www.soccer-warriors.de/2011/09/15/leseprobe-aus-toni-meyers-munchner-bande-belgien/

 

Danke Toby

Leseprobe / Kapitel 15 / Des Vaters Freud – des Vaters Leid / Seite 333-335

Hektisch lief ich einen Rotlichtschuppen nach dem anderen ab und forderte die Jungs auf sich an der Straßenecke zu sammeln. Etwas verloren und sehr übernächtigt standen die Jungs auf dem nassen Kopfsteinpflaster in der engen Gasse herum, um Sauerstoff für den bevorstehenden Kampf zu tanken. Auf die Hamburger war verlass, das wusste ich. Ruhig, aber sehr entschlossen, kamen sie um die Ecke. Es dürften ungefähr 25 bis 30 Mann gewesen sein, die mit ihren dunklen Bomber- und Lederjacken sehr einheitlich aussahen.

Geschlossen liefen sie auf uns zu.

„Drauf jetzt!”, hallte es durch die Gassen.

Wir waren fast genau so viele, wie die Fischköpfe, aber leider traten wir nicht so geschlossen auf.

Irgendwie waren wir doch etwas überrascht von dem schnellen Auftauchen der Nord- Koalition.

Ich lief mit zwei Jungs vorneweg und auf den Feind zu. Den Hinteren brüllte ich zu, schneller nachzurücken.

Da war es wieder, diese geile Gefühl: Schneller Puls, noch schnelleres Herzklopfen, schnelles Atmen. Oder besser gesagt, der Versuch gleichmäßig zu atmen, um nicht außer Puste zu sein, wenn ich vor dem Feind stehe.

Ich traf auf einen Glatzkopf, der mich erst mal mit einem Trommelfeuer seiner Fäuste eindeckte.

Sofort nahm ich die Schutzhaltung, wie im Boxring, ein und er traf nur meine Deckung. Sekunden vergingen bis ein Knäuel von Menschen um mich herum entstand. Einer meiner Leute zog meinen Gegner von mir weg.

Als er offen vor mir stand, trat ich ihm mit meinem rechten Fuß heftig in den Bauch.

Jetzt trommelten wir beide mit den Fäusten heftig aufeinander ein.

Dann wurde ich von hinten weggezogen.

Den Bruchteil einer Sekunde hatte ich Zeit, einen Blick auf die Lage des Kampfes zu machen und stellte schlagartig fest, dass der Fight auf der Kippe stand. Ich fing an zu brüllen.

„Durchlaufen, durchlaufen!” Im Augenwinkel sah ich, wie ein paar unserer Jungs zögerten.

Jetzt nahmen wir all unsere Kraft zusammen und traten und boxten uns durch, bis die scheiß Sirenen aufheulten.

„Bullen, Bullen, weg hier!”, hörte man von beiden Seiten. Wir machten uns gemeinsam mit unseren Feinden aus dem Staub.

Spiegel Online über Toni Meyer

Tournee der Torturen – Erinnerungen eines Ex-Hooligans

… Toni Meyer hastet durch die Gassen. Er wird von Holländern gejagt, er blickt sich um und spürt, wie der Schweiß seinen Rücken hinunter rinnt. Das ist es, wonach er sich gesehnt hat, „das ist der Kick“. Plötzlich wird ein Deutscher neben ihm von einem Pflasterstein getroffen. Er sackt zusammen, blutet, zittert am ganzen Körper, als hätte er einen epileptischen Anfall. Wie ein Kriegsopfer ziehen sie ihn über den Asphalt in einen geschützten Hauseingang. Toni Meyer wartet einen Moment, bis sein Mitstreiter versorgt ist. Dann stürzt er zurück in die Gasse und hastet weiter. Eine Warnung war der Steinschlag für ihn nicht. …

Der Beitrag von Ronny Blaschke erschien am 26.04.2007 auf spiegel.de. Es handelt sich dabei um Auszüge aus seinem Buch „Im Schatten des Spiels -Rassismus und Randale im Fußball“ (Verlag Die Werkstatt, 2007, 240 Seiten, 16,90 Euro).