Leseprobe / Kapitel 15 / Des Vaters Freud – des Vaters Leid / Seite 333-335

Hektisch lief ich einen Rotlichtschuppen nach dem anderen ab und forderte die Jungs auf sich an der Straßenecke zu sammeln. Etwas verloren und sehr übernächtigt standen die Jungs auf dem nassen Kopfsteinpflaster in der engen Gasse herum, um Sauerstoff für den bevorstehenden Kampf zu tanken. Auf die Hamburger war verlass, das wusste ich. Ruhig, aber sehr entschlossen, kamen sie um die Ecke. Es dürften ungefähr 25 bis 30 Mann gewesen sein, die mit ihren dunklen Bomber- und Lederjacken sehr einheitlich aussahen.

Geschlossen liefen sie auf uns zu.

„Drauf jetzt!”, hallte es durch die Gassen.

Wir waren fast genau so viele, wie die Fischköpfe, aber leider traten wir nicht so geschlossen auf.

Irgendwie waren wir doch etwas überrascht von dem schnellen Auftauchen der Nord- Koalition.

Ich lief mit zwei Jungs vorneweg und auf den Feind zu. Den Hinteren brüllte ich zu, schneller nachzurücken.

Da war es wieder, diese geile Gefühl: Schneller Puls, noch schnelleres Herzklopfen, schnelles Atmen. Oder besser gesagt, der Versuch gleichmäßig zu atmen, um nicht außer Puste zu sein, wenn ich vor dem Feind stehe.

Ich traf auf einen Glatzkopf, der mich erst mal mit einem Trommelfeuer seiner Fäuste eindeckte.

Sofort nahm ich die Schutzhaltung, wie im Boxring, ein und er traf nur meine Deckung. Sekunden vergingen bis ein Knäuel von Menschen um mich herum entstand. Einer meiner Leute zog meinen Gegner von mir weg.

Als er offen vor mir stand, trat ich ihm mit meinem rechten Fuß heftig in den Bauch.

Jetzt trommelten wir beide mit den Fäusten heftig aufeinander ein.

Dann wurde ich von hinten weggezogen.

Den Bruchteil einer Sekunde hatte ich Zeit, einen Blick auf die Lage des Kampfes zu machen und stellte schlagartig fest, dass der Fight auf der Kippe stand. Ich fing an zu brüllen.

„Durchlaufen, durchlaufen!” Im Augenwinkel sah ich, wie ein paar unserer Jungs zögerten.

Jetzt nahmen wir all unsere Kraft zusammen und traten und boxten uns durch, bis die scheiß Sirenen aufheulten.

„Bullen, Bullen, weg hier!”, hörte man von beiden Seiten. Wir machten uns gemeinsam mit unseren Feinden aus dem Staub.

Leseprobe / Kapitel 3 / Belgien / Seite 100

Durch die Menschenmassen, die zur Metrostation gingen, war uns die Sicht versperrt. Wir postierten uns etwas abseits und achteten darauf, was passierte. Die Belgier sammelten sich auf der anderen Straßenseite. Unsere Leute wurden hektisch, denn wir konnten nicht abschätzen, wie viele Gegner es waren. Außerdem war es dunkel, und das gelblich schale Licht der Straßenlaternen ließ uns nur eine Menschenmenge erkennen. Durch den leichten Nieselregen und die Wärme der zusammengepferchten Menschen, zog die Masse einen leichten Dampf über sich her. Wir waren verunsichert und keiner wusste so recht, was zu tun war. Plötzlich hörten wir dumpfe Einschläge! Ich kannte dieses Geräusch.

„Scheiße, Steine!”, brüllte ich. Neben mir parkte ein Auto dessen Seitenscheibe zersplitterte und grüne Heineken-Flaschen schlugen neben uns ein. Meine Gefühle fuhren Achterbahn und ich wusste nicht, ob ich das lieben oder hassen sollte. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn der Kick kurz vor dem Ausbruch ist. „Zusammenbleiben, keiner haut ab!”, schrie Eric.

Diese Wahnsinnigen warfen doch tatsächlich blind in die Menge rein und damit auch auf ihre eigenen Landsleute. Binnen Sekunden bildete sich ein großes Loch in der Menschenmenge. „Los drauf jetzt!”, brüllte ich. Es brodelte in mir. Sie hatten kurz aufgehört zu werfen. Die Mainzer zündeten  eine Art Leuchtkugelröhre an, die es vor dem Spiel in der Nähe des Stadions zu kaufen gab. Dann liefen wir geschlossen los. Die Meute wich nur wenige Meter zurück. Ein großer Skin blieb zunächst stehen und ich sah, wie Eric direkt auf ihn zu rannte.

„Pass auf, der hat einen Knüppel!“, rief ich ihm noch zu. Im selben Moment flogen aber wieder Steine und ich verlor ihn kurz aus den Augen. Sekunden später sah ich ihn wieder.

Eric blutete aus der Stirn, die Wunde musste er sich von dem Bastard mit dem Knüppel geholt haben. Fast wie abgesprochen schnappten wir uns einen großen Absperrungszaun, der am Rande der Baustelle lag und benutzten ihn als Schutzschild. Eine offene Straßenschlacht, ohne Polizei! Was für ein Traum!

Out now

So jetzt ist es soweit! Wir sind stolz bekannt zu geben, dass das Buch ab heute erhältlich ist.

Das Buch kann per E-Mail direkt beim Verlag bestellt werden. Wir haben uns entschlossen, das Buch (derzeit) nur über den Verlag direkt zu vertreiben. Als kleines Verlagsprojekt sind wir der Auffassung, dass die Kosten die für den Vertrieb im hergebrachten Buchhandel, zu dem wir auch Amazon und Co. zählen zu hoch sind. Sicherlich wissen wir, dass auch die Händler Kosten haben und gleichzeitig (wenn man Glück hat) für Werbung soregen. Aber das mit der Werbung möchten wir aus Spass an der Freude selber machen.

Spiegel Online über Toni Meyer

Tournee der Torturen – Erinnerungen eines Ex-Hooligans

… Toni Meyer hastet durch die Gassen. Er wird von Holländern gejagt, er blickt sich um und spürt, wie der Schweiß seinen Rücken hinunter rinnt. Das ist es, wonach er sich gesehnt hat, „das ist der Kick“. Plötzlich wird ein Deutscher neben ihm von einem Pflasterstein getroffen. Er sackt zusammen, blutet, zittert am ganzen Körper, als hätte er einen epileptischen Anfall. Wie ein Kriegsopfer ziehen sie ihn über den Asphalt in einen geschützten Hauseingang. Toni Meyer wartet einen Moment, bis sein Mitstreiter versorgt ist. Dann stürzt er zurück in die Gasse und hastet weiter. Eine Warnung war der Steinschlag für ihn nicht. …

Der Beitrag von Ronny Blaschke erschien am 26.04.2007 auf spiegel.de. Es handelt sich dabei um Auszüge aus seinem Buch „Im Schatten des Spiels -Rassismus und Randale im Fußball“ (Verlag Die Werkstatt, 2007, 240 Seiten, 16,90 Euro).

Der Probedruck ist da

Wir sind natürlich mächtig stolz. Das Erscheinungsdatum rückt näher und näher. Wir gehen davon aus, dass wir noch im Juni erscheinen.

Kommentar Christoph Ruf

„Warum ist Fußball der Volkssport Nummer Eins? Dieses Buch beantwortet diese Frage erschöpfender als 1000 Champions-League- Übertragungen“

„Bücher über Hooligans gibt es bereits. Es sind meist entweder winselnde Selbstanklagen oder testostorontriefende Selbstbeweihräucherungen. Toni Meyer tappt weder in die eine noch in die andere Falle. Er hat ein ehrliches, ein nachdenkliches, vor allem aber ein trotziges Buch  geschrieben. Weil hier ein intelligenter Mensch am Werk war, den die Fazination Fußball nie losgelassen hat, ist es schwer, die „Münchner Bande“ nicht an einem Stück zu lesen.“

Christoph Ruf, freier Journalist

Hallo Welt!

WIllkommen auf der Homepage des Empa Verlags München.

 

In Kürze werden wir hier unser erstes Buch präsentieren.